Beschreibung: | Die Popularität von Web 2.0 macht schnell vergessen, dass viele Kollaborationslösungen ursprünglich im Kontext von zielgerichteter Arbeit entstanden sind, zum Beispiel die Unterstützung von Arbeitsgruppen (Groupware) und Wissensmanagement in Betrieben (Wiki, Diskussionsforum...). Jedoch erst mit den Geschäftsmodellen von Web 2.0 haben sich Computer als Kollaborationsmedium endgültig durchgesetzt und sich speziell auch für die private Nutzung etabliert. Auch Firmen entdecken zunehmend Web 2.0 als Vertriebskanal und investieren in Kundenbeziehungen und Marketingkampagnen in solchen virtuellen sozialen Netzwerken, um dieses Marktsegment zu erreichen. Die mit Web 2.0 verbundene Virtualisierung von Kollaborationsservices machen diese auch für Firmen-interne Lösungen interessant und erzeugen damit Druck auf Anbieter klassischer ERP Lösungen. Die Anforderungen in einem Unternehmenskontext sind jedoch anders gestaltet als im privaten Bereich. Während Web 2.0 Start-Ups sich rein an der Anzahl von Benutzern messen, und damit die Nutzungszeit und virale Verbreitung der Anwendungen maximieren, geht es bei Enterprise 2.0 Lösungen um messbaren Nutzen für die Firma und um die Effizienz der einzelnen Mitarbeiter. Deshalb ist es für ein Unternehmen nicht ausreichend, einfach Web 2.0 Lösungen zu übernehmen. Vielmehr ist eine intelligente Adaption notwendig, besonders im Bereich der zielgerichteten Kollaboration und dem persönlichem Wissensmanagement. Es ist wahrscheinlich, dass sich hier neue Paradigmen und Produkte etablieren, die innovativ die neuen Technologien an die Arbeitskontexte eines Enterprises anpassen. Durch die Verschmelzung von Enterprise 2.0 mit ERP werden sich traditionelle Geschäftsanwendungen in vernetzte Arbeitswerkzeuge verwandeln, die dem Benutzer als sozio-technisches System zur Verfügung stehen, um Aufgaben zu bewältigen. Kollaboration wird nicht mehr als zusätzlicher Service angeboten werden, sondern ein inhärenter Bestandteil des Produktdesigns sein. Damit verändert sich auch das Design Rational. Es geht nicht mehr um das Design eines isolierten User Interfaces für einen Benutzer, sondern um die Entwicklung vernetzter Anwendungen, die sich unter der Regie des Benutzers in sein Arbeitsleben einbetten und eine gewisse Elastizität haben, sich der jeweiligen Situationen anzupassen. |
Über den Keynote-Speaker: | Jörg Beringer ist Vice President im Concept Car and Experience Lab bei den SAP Labs in Palo Alto, Kalifornien. Er hat an der TU-Darmstadt im Bereich Kognitive Psychologie promoviert, wo er auch an einem der ersten deutschsprachigen Software-Ergonomie Standardwerke mitwirkte (Wandmacher, 1993). Während seiner langjährigen Berufserfahrung und Zusammenarbeit mit professionellen Designfirmen hat er sich auf die Konzeption und das Prototyping innovativer Softwareanwendungen spezialisiert. Er ist Co-Autor des Buches „Designing Composite Applications“ (Beringer & Holtzblatt, 2006) und engagiert sich über SAP hinaus im Bereich End User Development und Enterprise 2.0.
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