Der ruhrWUD (World-Usability-Day der Metropole Ruhr) findet am Donnerstag den 12.11.2026 bei adesso SE in Dortmund statt, im Gebäude an der Freie-Vogel-Straße 383. Start ist um 17:00 Uhr mit Pizza der "Pizzeria bei Marco" (auch vegan), gesponsert von adesso, 17:45 folgt die Begrüßung und ab 18:00 könnt ihr den Beiträgen lauschen.
Aufgrund der sehr guten Erfahrungen in den letzten Jahren wird der ruhrWUD 2026 wieder als reine Präsenz-Veranstaltung durchgeführt. So lassen sich viel leichter Fragen stellen und bei Pizza, Getränken und Knabberkram Kontakte knüpfen.
Location
Die U-Bahnhaltestelle „Stadtkrone Ost“ befindet sich quasi vor der Tür, 8 Gästeparkplätze befinden sich direkt vor dem Hauptgebäude, erreichbar über den Tiranaweg. Link zu Google Maps
Teilnahme und Anmeldung
Die Teilnahme ist Dank unserer Sponsoren kostenfrei, wir bitten um eine Anmeldung.
Programm des Abends
Das diesjährige Thema ist „Designing a Sustainable Future with Ethical AI“.
17:00 bis 17:45 - Ankommen mit Pizza
adesso sponsert uns Pizzen (auch vegan) der „Pizzeria bei Marco“
17:45 bis 19:15 - Teil 1
- Linda Ruth Schmidt: "Die Waffe in der Tasche"
- Mit einem Messer kann ein Brot schmieren oder es zur Mordwaffe werden lassen. Wer AI ohne Kontext, ohne Content, ohne Struktur und ohne regelmäßige Reflexion einsetzt, verliert schlimmstenfalls die Kontrolle darüber, was sie anrichtet. Und es wird auch noch sehr teuer. Um diese Kontrolle zu behalten, brauchen wir das, was wir bei guter Softwareentwicklung schon immer gebraucht haben: strukturierte Ansätze, die eine Lösung ganzheitlich denken. Dieser Vortrag stellt neun Perspektiven vor, die gemeinsam sicherstellen, dass keine relevante Dimension einer digitalen Lösung im Blindflug bleibt und alle Ebenen aufeinander einzahlen. AI unterstützt dabei — aber die Strategen, Priorisierer und Former sind wir: kein Einzelner, sondern ein Team aus Expertinnen und Experten, dass Verantwortung bewusst übernimmt und Entscheidungen trifft.
- Linda Müller: "Warum KI-Projekte an den Menschen scheitern, nicht an der Technik"
- Was Organisationen übersehen, wenn sie KI einführen, ohne die Menschen und die bestehenden Prozesse mitzudenken.
- Timo Korinth: "Wie schlecht darf KI sein? Was kleine, sparsame Sprachmodelle trotzdem leisten können"
- Große KI-Systeme wie ChatGPT sind beeindruckend, aber teuer, hungrig nach Rechenleistung und laufen auf fremden Servern. Für viele Unternehmen und Organisationen mit vertraulichen Daten ist das keine echte Option. Im Forschungsprojekt ReQuILa untersuchen wir deshalb die umgekehrte Frage: Wie klein und sparsam darf eine KI sein, damit sie trotzdem zuverlässig hilft? Der Vortrag zeigt anhand eigener Tests mit einem kleinen Sprachmodell auf einem normalen Laptop, wo solche Modelle überraschend gut funktionieren und wo sie scheitern. Außerdem geht es darum, warum die richtige Anleitung und eine gute Kontrolle oft mehr bringen als ein größeres Modell.
19:15 bis 19:45 - Networking-Pause
Pizza & Getränke gesponsert von adesso SE, und Knabberkram gesponsert von untrouble
17:45 bis 19:15 - Teil 2
- Dr. Kim Lauenroth: "Vom Werkzeug zum Partner.Eine kleine, praktische Philosophie für einen aufgeklärten Umgang mit KI"
- Agentische KI verschiebt unsere Arbeitsweise grundlegend: Wir delegieren nicht mehr nur einzelne Handgriffe, sondern Analyse, Entwurf und auch manche Entscheidung. Das ist verführerisch und riskant zugleich, denn wer Aufgaben unbesehen abgibt, macht sich abhängig von etwas, das er selbst nicht mehr durchdringt. Dieser Vortrag macht daraus eine kleine, praktische Philosophie: Er nimmt die Idee „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ (ja, der alte Kant) und gibt ihr eine neue Wendung für die Arbeit mit einer denkenden Maschine. Anhand konkreter Beispiele aus RE und Digital Design wird gezeigt, wie präzise Arbeitsanweisungen, Vorlagen und nachvollziehbare Strukturen eine agentische KI zu einem Partner mit komplementären Stärken machen: KI entfaltet und generiert, ich urteile und verantworte.
- Prof. Dr. Stefan Geisler & Karina Sturm: "Neutral ist nur das Interface – wie KI politische Diskussionen aktivieren sollte, ohne zu manipulieren"
- Wo steht eigentlich ChatGPT politisch? Ausgangspunkt des Vortrags ist die Entwicklung eines Spiels zur Förderung demokratischer Kompetenzen und die Frage, ob KI dabei helfen kann. Die Antwort fällt zwiespältig aus: KI kann politische Beteiligung fördern und Diskurse moderieren. Studien zeigen aber auch, dass Sprachmodelle eine politische Schlagseite haben und dazu neigen, Nutzenden nach dem Mund zu reden. Wer Chatbots als Freund oder Therapeuten nutzt, landet so schnell in einer persönlichen Echokammer.
Der Vortrag ordnet diese Befunde ein und zeigt, dass beide Risiken nicht nur im Modell entstehen, sondern auch in der Gestaltung.
- Carina Albrecht-Gansohr & Harriet Schulte: "Wo liegt unsere UX-Verantwortung in kundenzentrierten AI Lösungen?"
- Ein interaktives Gespräch im Format einer dynamischen Fishbowl, begleitet durch Sketchnoting. Hier soll es darum gehen, welche Verantwortung wir als UXer bei der Gestaltung von AI-basierten Interfaces tragen. Gemeinsam mit dem Publikum werden Aspekte von Daten, Vertrauen und Macht in AI-Interfaces diskutiert.
Weitere Infos zu Anreise, Vortragenden und Rückblicke aus den letzten Jahren findet ihr auf https://ruhrwud.de