Research Biases

UX Research liefert wertvolle Einblicke in das Erleben, Verhalten und die Bedürfnisse von Nutzenden. Gleichzeitig ist Forschung nie vollständig frei von Verzerrungen. Kognitive, soziale und methodische Biases können alle Phasen des UX-Research-Prozesses beeinflussen – von der Studienplanung über die Datenerhebung bis hin zur Interpretation der Ergebnisse.

Ein bewusster Umgang mit diesen Biases ist entscheidend, um valide, verlässliche und nutzungsnahe Erkenntnisse zu gewinnen. Die folgende Übersicht zeigt zentrale Biases, die im UX Research auftreten können, und unterstützt dabei, sie zu erkennen, zu reflektieren und gezielt zu reduzieren.

Jeder Bias kann angeklickt werden, um Beispiele für Anwendungssituationen, mögliche Auswirkungen auf die Ergebnisse sowie konkrete Handlungsempfehlungen zum Umgang mit dem jeweiligen Bias kennenzulernen. 

Die Biases wurden vom Arbeitskreis User Research erarbeitet und liefern eine Übersicht häufiger Verzerrungen im UX Research. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann gerne um weitere Anregungen und Ergänzungen erweitert werden. Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich gerne an ramrath@uni-wuppertal.de.

  • Anchoring bias / Anker-Effekt

    Ist eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen sich stark auf die erste Information (den "Anker") verlassen, die ihnen präsentiert wird. Im User Research beeinflusst dieser Effekt die Urteile und Entscheidungen der Teilnehmenden und Forschenden, da frühere Informationen spätere Einschätzungen beeinflussen können, selbst wenn diese Informationen irrelevant sind.

  • Sei aktiv in den UPA Regionalgruppen

    Clustering illusion / Clustering-Illusion

    Tritt auf, wenn Muster in Daten wahrgenommen werden, nur weil diese in Gruppen oder in kurzer Zeitspanne auftreten. Dadurch werden zufällige Informationen als Muster interpretiert, obwohl keine wirklichen Muster vorhanden sind.

  • World Usability Day

    Culture bias / Kulturelle Verzerrung

    Die Neigung, die Welt aus der eigenen kulturellen Perspektive zu betrachten, was die Wahrnehmung und Interpretation von Informationen beeinflussen kann.

  • Regionalgruppe gründen

    Empathy gap / Empathie-Lücke

    Neigung, zu ignorieren, wie der emotionale Zustand Verhalten und Entscheidungen beeinflussen kann. Bei dieser sehr häufigen Voreingenommenheit wird überschätzt, wie unparteiisch oder emotional „neutral“ wir sein können.

  • Arbeitskreis The Positive X

    False-consensus bias / Falscher Konsens

    Führt dazu, dass Menschen davon ausgehen, dass ihre persönlichen Qualitäten, Merkmale, Überzeugungen und Handlungen in der Gesamtbevölkerung relativ weit verbreitet sind.

  • online Weiterbildungsmesse

    Framing bias / Rahmenfehler

    Die Beeinflussung der Wahrnehmung oder Entscheidung durch die Art und Weise, wie Informationen präsentiert oder formuliert werden.

  • Arbeitskreis Inhouse-UX

    Funding bias / Sponsor-Verzerrung

    Die Beeinflussung der Ergebnisse oder Interpretation einer Studie durch den Einfluss oder die Interessen des Sponsors, der die Studie finanziert hat.

  • Mitgliedervorteile

    Halo-effect / Halo-Effekt

    Vom „Halo-Effekt“ spricht man, wenn eine Eigenschaft einer Person oder Sache dazu verwendet wird, ein Gesamturteil über diese Person oder Sache zu fällen. Er unterstützt schnelle Entscheidungen, auch wenn sie voreingenommen sind.

  • Peak–end rule / Peak-End-Regel

    Menschen beurteilen ein Erlebnis hauptsächlich nach ihrem Gefühl am intensivsten Punkt und am Ende, nicht nach allen Momenten zusammen oder dem Durchschnitt. Dieser Effekt tritt unabhängig davon auf, ob das Erlebnis angenehm oder unangenehm ist. Informationen zum Höhepunkt bleiben im Gedächtnis, andere werden weniger beachtet.