Vortrag | 14. September 2026
Ask the Expert "AK Barrierefreiheit" mit Ediz Kiratli



Und darum geht es

Was bedeutet digitale Barrierefreiheit konkret? Wo findet man verlässliche Informationen und Weiterbildungen? Wie gut kann KI bei der Prüfung unterstützen? Und wie überzeugt man Stakeholder davon, Barrierefreiheit nicht nur als Nice-to-have zu betrachten? In diesem Ask-the-Experts-Format beantwortet der Arbeitskreis Barrierefreiheit der German UPA Fragen aus der Community und gibt praxisnahe Einblicke, Empfehlungen und Orientierung rund um digitale Barrierefreiheit.

Das erwartet dich

  • Orientierung zu WCAG, BITV und BFSG
  • Empfehlungen für Informationsquellen und Fachportale
  • Einblick in Accessibility-Zertifizierungen wie CPACC
  • Hinweise zu Web- und Software Accessibility
  • Möglichkeiten zur Integration von Accessibility in Figma und Designprozesse
  • Einschätzung automatisierter Accessibility-Tests
  • Chancen und Grenzen von KI bei der Prüfung auf Barrierefreiheit
  • Bedeutung menschlicher Expertise bei automatisierten Prüfungen
  • Argumente für Barrierefreiheit in der Stakeholder-Kommunikation
  • Einordnung von Barrierefreiheit als wirtschaftlichen Faktor

Wichtige Take-Aways für UX-Professionals

  • Für digitale Barrierefreiheit gibt es zahlreiche etablierte Informationsquellen. WCAG, BITV sowie Angebote von Fach- und Behördenstellen bieten einen guten Einstieg.
  • Die Anforderungen unterscheiden sich teilweise danach, ob es sich um Webangebote, Software, Apps oder andere digitale Produkte handelt. Viele grundlegende Prinzipien wie ausreichende Kontraste oder Tastaturbedienbarkeit gelten jedoch technologieübergreifend.
  • Zertifizierungen wie der CPACC können helfen, ein breites Grundlagenwissen rund um Behinderungen, Assistenztechnologien, Gesetze und Accessibility aufzubauen.
  • Accessibility sollte möglichst früh im Designprozess berücksichtigt werden. Design- und Entwicklungstools bieten zunehmend Funktionen, mit denen Anforderungen dokumentiert oder bestimmte Probleme bereits vor der Umsetzung erkannt werden können.
  • Automatisierte Tests sind hilfreich, können aber nur einen Teil der Barrierefreiheit überprüfen. Nicht jedes Prüfkriterium lässt sich zuverlässig automatisieren.
  • KI ist vor allem als Assistenz sinnvoll. Je besser das Fachwissen der Person ist, die ein KI-Tool nutzt und dessen Ergebnisse bewertet, desto hilfreicher kann die Unterstützung sein.
  • KI-generierter Code ist nicht automatisch barrierefrei. Ergebnisse sollten immer überprüft und gegen konkrete Accessibility-Anforderungen validiert werden.
  • Spezialisierte Accessibility-Tools können beim Einsatz von KI zuverlässiger sein, wenn ihre Funktionen von Fachleuten entwickelt und kontinuierlich verbessert werden.
  • Barrierefreiheit lässt sich gegenüber Stakeholdern nicht nur mit Compliance argumentieren. Sie kann auch Reichweite, Marktchancen, Ausschreibungsfähigkeit und die Nutzbarkeit durch KI-Agenten verbessern.
  • Farbe sollte nie das einzige Mittel sein, um Informationen zu vermitteln. Kontraste und Farbsehschwächen müssen berücksichtigt werden, ohne dass gutes Design darunter leiden muss.
  • Barrierefreiheit bedeutet nicht, dass jedes digitale Produkt für jede Nutzungssituation identisch funktionieren muss. Besonders bei komplexen Kreativtools muss betrachtet werden, welche Funktionen sinnvoll zugänglich gemacht und welche Alternativen angeboten werden können.
  • Gute Barrierefreiheit entsteht nicht durch einen einzelnen Test am Ende, sondern durch kontinuierliche Entscheidungen in Research, Design, Entwicklung und Qualitätssicherung.