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Regionalgruppe Karlsruhe: Warum der Staat UX ernster nimmt als viele Dienstleister

Die Modernisierung staatlicher Strukturen zeigt eindrucksvoll, wie eng Verwaltung, Technologie und User Experience miteinander verwoben sind. Der Vortrag beleuchtet, was sich aus der Staatsmodernisierung für UX ableiten lässt: vom UX-Reifegrad in Behörden über die Rolle von Open Source als möglichem UX-Treiber bis hin zu Designsystemen als zentraler Infrastruktur für konsistente Nutzererlebnisse.

Steffen Hess leitet die Hauptabteilung Digital Innovation & Smart City am Fraunhofer IESE. Als Wirtschaftsingenieur mit langjähriger Erfahrung in User Experience, digitalen Ökosystemen und kommunaler Transformation begleitet er Städte und Regionen auf ihrem Weg in die digitale Zukunft. Seine Arbeit verbindet UX-Methodik mit strategischer Innovationsberatung, von offenen urbanen Plattformen über Datenarchitekturen bis hin zu Design- und Governance-Fragen in Smart-City-Projekten.

Er berät Kommunen im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities des Bundes, forscht zu nachhaltigen digitalen Infrastrukturen und verantwortet die Entwicklung der DIN SPEC 91377 für offene urbane Datenmodelle. Seine Perspektive: Gute digitale Verwaltung entsteht dort, wo Technologie, UX und Organisationsentwicklung zusammengedacht werden.

Im Vortrag und in der Diskussion geht es um die Frage, warum viele Dienstleister noch ohne Designsystem arbeiten, weshalb übergeordnete Standards fehlen und wie föderale Strukturen die UX-Qualität beeinflussen. Deutlich wird auch, dass gute UX in der Verwaltung nicht nur ein Design-, sondern vor allem ein Change-Management-Thema ist: Kulturwandel, Verantwortlichkeiten und Governance entscheiden oft stärker über Erfolg oder Scheitern als Tools oder Methoden.

In Praxisbericht, Impuls und Diskussion werden zentrale Herausforderungen sichtbar: fehlende übergeordnete Standards, divergierende Interessen, komplexe Stakeholderlandschaften und die Frage, wie gute UX im öffentlichen Sektor überhaupt entstehen kann.