Arbeitskreis Nachwuchsförderung | Beitrag vom
Rückblick zur Winter School 2020

Im März trafen sich Young Professionals zur UX Winter School 2020, um sich über aktuelle Methoden, Fragestellungen und Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. An mehreren intensiven Workshoptagen arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam mit erfahrenen Coaches aus Agenturen und Industrie an Themen wie Design Sprints, User Research, Annahmenvalidierung, Prototyping und Motivation in der UX. Neben der inhaltlichen Arbeit bot die Winter School Raum für fachlichen Austausch, Diskussionen und Vernetzung.

Fyler zur Winter School 2020

Über die Coaches und Themen der diesjährigen Winter School

Workshop: Design Sprint im Unternehmen

Ein Design Sprint ist der optimale Prozess, um in kurzer Zeit ein Problem zu verstehen, dafür einen Prototyp zu entwickeln und diesen mit Nutzern zu testen. Während des Sprints arbeitet sich das Team vom Problem zur Lösung vor. Am Ende hat es einen durch Nutzer getesteten Prototyp, ohne dabei Ressourcen für die Entwicklung eines realen Produkts aufgewendet zu haben.

In diesem Workshop werden die Teilnehmer 

  • die fünf Phasen eines Design Sprints kennenlernen,
  • Verständnis dafür entwickeln, wie und warum der Prozess funktioniert,
  • Arbeitsmethoden aus dem Design Sprint praktizieren,
  • darauf vorbereitet, wie sie die Methoden in ihrer täglichen Arbeit anwenden können,
  • Einblicke erhalten, warum die Vorbereitung eines Design Sprints über Erfolg und Misserfolg entscheiden kann und wie diese optimal durchgeführt wird.

David Leikam

Als UX-Designer und Researcher bei der Metronom GmbH befasst sich David Leikam mit der Produktentwicklung von Softwarelösungen. Dabei ist er sowohl in der quantitativen und qualitativen Nutzerforschung, als auch der nutzerzentrierten Konzeption und Gestaltung tätig.

Nach seinem Studium vertiefte er seine Kompetenzen in User Research, Analyse und Synthese von Daten, Design Thinking Methoden und Prototyping und wendete diese im B2B (Softwareentwicklung, Food Service Distribution), B2C (Off- und Online-Retail, eCommerce) und E2E Bereich an.

Zu seinen Schwerpunkten zählen zudem die Etablierung einer Constant Discovery im Sinne eines Dual Track Ansatzes. Besonderen Fokus legt er dabei auf die nahtlose Integration von Nutzerzentrierung in den agilen Softwareentwicklungsprozess.

Workshop: Schein oder Sein - Wie man Annahmen verifiziert, um beim nutzerzentrierten Design wirklich ins Schwarze zu treffen

Durch agiles Arbeiten entsteht Software in furioser Geschwindigkeit. Doch was nützt iteratives Vorgehen und hochmodernes Tooling, wenn die Arbeitsgrundlage lediglich aus Hypothesen besteht? Auch wenn uns Lean-Prinzipien den Weg erleichtern, der Start bleibt eine der schwierigsten Phasen von UX-Projekten: Sobald Sie mittels Project Scoping die zentralen Business Probleme identifiziert und Zielkriterien formuliert haben, stehen Sie vor der Herausforderung, Nutzerbedürfnisse und Anforderungen zu formulieren. Mithilfe des Schulungstools LeanScope Educational lernen Sie in diesem Workshop,

  • relevante Nutzerrollen zu sammeln
  • Ihre Schlüssel-Persona zu identifizieren und zum Leben zu erwecken
  • Szenarios im definierten Kontext zu entwickeln

Aber Achtung!

Mit einem unvollständigen oder gar falschen Context of Use kann Ihr Projekt wie ein Kartenhaus in sich zusammen fallen. Falsche Annahmen über Nutzer, deren Bedürfnisse und Kontexte gefährden UX-Projekte noch bevor diese begonnen haben. Eine genaue, im Feld verifizierte Kenntnis über die Nutzer und deren Kernbedürfnisse ist daher erfolgsentscheidend. 

Um praxisnah zu trainieren, wie Sie das Risiko falscher Annahmen minimieren können, schlüpfen Sie in die Rolle des UX-Researchers und verifizieren die Kernbedürfnisse Ihrer Nutzer. Das klingt leichter, als es ist, denn leider sind sich Nutzer ihrer Bedürfnisse selten bewusst oder können diese schlecht verbalisieren. Seien Sie also auf der Hut und trauen Sie nicht jeder Annahme

Waren Sie erfolgreich, sind Sie bestens auf die Ideation-Phase vorbereitet und können genau die Konzepte entwickeln, auf die Ihre Nutzer immer gewartet haben.

Clara Beck

UX-Researcher (Master of Science in Psychologie, Master of Science in Methodology and Statistics)

Clara Beck studierte Psychologie an der Universität des Saarlandes und an der Goethe-Universität Frankfurt. Da sie sich insbesondere für den statistischen Teil ihres Studiums interessiert hat, absolvierte sie im Anschluss eine einjährige Spezialisierung an der Universität Leiden (Niederlande) im Bereich Forschungsmethoden und Statistik. Bei Centigrade unterstützt sie den UX-Research Bereich und macht diesen mit Hilfe moderner statistischer Tools für die Nutzungsdatenanalyse quantifizierbar.

Britta Karn

Field Lead UX-Research  · Senior UX-Researcher (Master of Science in Psychologie)

Britta Karn studierte Psychologie und vertiefte sich während ihres Masterstudiums im Bereich Medieninformatik als Nebenfach, wobei sie sich besonders für das Thema User Experience als Schnittstelle zwischen der Psychologie und der Informatik begeisterte. Mit ihrer Kenntnis über die Kognition und Wahrnehmung des Menschen sowie ihrer methodischen Ausbildung leitet sie bei Centigrade den Bereich UX-Research und hat damit einen starken Fokus auf der Anforderungserhebung und -verifikation. Mit einem breiten Prozessblick agiert sie außerdem in den Bereichen Analyse, Konzeptdesign und Projektmanagement.

Workshop: Das Prototyping Dilemma. Was? Warum? Für wen?

5 UX Designer, 5 Meinungen, welche Prototyping-Methode die Richtige ist. Die erste Frage, die wir aus unserer Sicht stellen sollten wenn wir den Auftrag, einen Prototypen zu bauen erhalten, lautet: Für was oder wen? Erst wenn der Purpose verstanden ist, kann ein Prototyp Wert schöpfen.

Gemeinsam wollen wir von Management-Pitch bis Usability Test unterschiedliche Use-Cases skizzieren und entsprechende Prototypen entwerfen. Damit seid ihr zukünftig nicht nur mit einem Methodenkoffer (von Paper Prototyping bis Hi-fi-Clickdummy) ausgestattet, sondern lernt diesen auch effizient ein zu setzen.

Markus Sönning

Studium der Medieninformatik mit Vertiefung UUX an der Hochschule der Medien, Stuttgart. Studium der Business & Enterprise Architecture im Euro CIO Program.

  • Bei der Daimler AG seit 2010 tätig in verschiedenen IT Positionen/Rollen tätig. (Solution & Enterprise Architekt, Projektmanagement / PO, IT Strategie, UX Management)
  • Seit 2016 als UX Manager / Teamleiter des UXLabs – einem Team in der IT als Zentralfunktion für UX. Auftrag ist es die Attraktivität und Produktivität des Arbeitens für Mitarbeiter/innen zu erhöhen, indem Projekte in der Entwicklung digitaler Werkzeuge/Applikationen mit nutzerzentrischen Methoden unterstützt/beraten werden.

Dennis Reber

Studium mit Abschluss des Media Master of Arts in Kommunikationsdesign an der Merz Akademie, Stuttgart und University of Portsmouth, England.

  • Seit 2010 als Informationsarchitekt und Prototyper für Web und Mobile in diversen Agenturen tätig gewesen, u.a. für HUGO BOSS, Disney, Breuninger und dm-drogerie markt.
  • Seit 2016 als UX Consultant ein Teil des UXLab Teams innerhalb der Daimler AG mit dem Fokus auf UX Beratung, Steuerung und weiterhin in Konzeption und Prototyping digitaler Produkte tätig

Workshop: Motivation & UX

Was motiviert Menschen? Wie können wir als UX Professionals Motivation als Gestaltungselement einsetzen um Nutzer anzusprechen? Gemeinsam lernen wir Motivationstaxonomien und motivationsbasierte Gestaltungsmuster kennen und lernen auch "die dunkle Seite" der Motivation zu erkennen.

Frederik Bader

Frederik Bader ist Usability Engineer mit dem Schwerpunkt User Research bei Verivox in Heidelberg. Daneben ist er Lehrbeauftragter der DHBW Mosbach im Bereich Usability und User Experience und Teil der Forschungruppe "Research Group for Agile Software Development and User Experience". Nach seinem Studium im Studiengang Medien - Onlinemedien arbeitete Frederik Bader als Konzepter und Projektmanager in einer Agentur, als Inhouse Usability Consultant bei einem Finanzdienstleister und beschäftigt sich nun bei Verivox mit seinen Kollegen vor allem mit User Research, der Evaluation und unterstützt die Konzeption mit Sicht auf den Nutzer.