Arbeitskreis Nachwuchsförderung | Beitrag vom
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Rückblick zur Winter School 2026
Mittwoch - Tag 1 – Anreisetag
Mit Laptop im Gepäck begann die Winter School für mich mit der Ankunft an der Rezeption. Bei
der Weinprobe, die von einem Buffet begleitet wurde, lauschten wir anschließend den Geschichten von Weinen wie dem Bocksbeutel.
Donnerstag - Tag 2 – Ran an die Materie!
Nach einem stärkenden Frühstück ging es direkt mit „Design Thinking“ durch Rebekka Schüler
und Maximilian Steiner von DATEV los. Besonders überrascht hat mich dabei das objektorientierte
Brainstorming. Wer hätte gedacht, wie nützlich es sein kann, einen Heizlüfter zu analysieren?
Assoziationen mit der Problemstellung waren einfacher zu finden als gedacht. Besonders stolz bin
ich auf unsere Brettspielidee aus der Prototyp-Phase des Design Thinkings: eine Art „Spiel des
Projektlebens“.
„Wir entwickeln für uns in 20-30 Jahren“ – ein Satz der mir aus dem zweiten Workshop von Till
Wollong zu Barrierefreiheit besonders in Gedächtnis geblieben ist. Auch sehr lehrreich waren die
Screenreader und die Simulationsbrillen, die uns verschiedene altersbedingte Seheinschränkungennäher brachten. Mit der Brille „Grauer Star“ konnte ich Text und Farbe meines Monitors durch den grauen Schleier hindurch nur noch raten.
Auf der späteren Führung durch das alte Kloster erfuhren wir mehr über die Geschichte der
ehemaligen Heimat der Mönche.
Freitag - Tag 3 – Schon vorbei?
Am nächsten Tag lernte ich, dass der IKEA-Effekt nicht direkt mit der Ladenkette zu tun hat.
Stattdessen erklärt dieser, wie wir selbst erarbeitete Ergebnisse mehr schätzen. Im Workshop
„Behavioral Design“ von Natalie Woletz von Boehringer Ingelheim konnte ich viele solcher
Erkenntnisse über alltägliche Verhaltensmuster wiederentdecken.
Der letzte Workshop „Gamification“ hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben: Gamification und
intrinsische Motivation sind meistens gar nicht erstrebenswert - zu schwer zu erreichen und
aufrechtzuerhalten. Stattdessen haben wir mehr über die anderen Motivationstypen gelernt und mit welchen Tools diese zu erreichen sind.
Ich freue mich darauf mehr in „Drive Method“ zu lesen, welches uns direkt vom Autor und Workshopreferenten Roman Rackwitz geschenkt wurde.
Zum Schluss eine persönliche Perspektive
Nach der Summer School letzten August war für mich klar, dass ich auch an der Winter School teilnehmen wollte. Besonders Netzwerken, hands-on Wissen und Erfahrungsaustausch fallen in den Veranstaltungsrahmen sehr leicht, dank der vielen offenen Menschen, auf die man dort trifft.
Herzlichen Dank im Namen aller Teilnehmender an die UPA, den Coaches und den Sponsoren für das Ermöglichen dieser inspirierenden Erfahrung.
Viele Grüße aus Flensburg von der dänischen Grenze.
Über die Coaches und Themen der Winter School 2026
UX-Marathon: Wir rennen einmal den User Centered Design Process im Speed-Format mit Design Thinking entlang
Das bedeutet: Wir verstehen die Nutzer, wir verstehen das Problem mit Hilfe von Interviews, wir entwickeln Ideen mit verschiedenen Brainstorming Methoden, wir entwickeln Prototypen und zum Schluss vertesten wir diese.
Rebekka Schüler
Rebekka arbeitet seit 14 Jahren im Bereich Marktforschung. Vor ihrer Zeit bei DATEV war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Offenen Innovationslabor JOSEPHS/Fraunhofer-Institut und in verschiedenen Marktforschungsinstituten tätig. Seit ca. 7 Jahren arbeitet sie im zentralen UX-Research Team der DATEV und ist für die Umsetzung der UX-Research Strategie verantwortlich. Dabei kümmert sie sich um die Weiterentwicklung der UX-Researcher:innen und entwickelt Konzepte, wie der UX-Reifegrad in der Organisation erhöht werden kann. Ihre Vision ist, dass alle Produktteams ihre Entscheidungen und Priorisierungen aufgrund von validen und objektiven Kundenfeedback treffen können.
Wer Rebekka vorab noch besser kennenlernen möchte, kann sich gerne die Podcast-Folge zur Frage „Warum die Qualität von UX-Research manchmal eine Herausforderung sein kann?“ anhören:
Apple:https://apple.co/3tKyj3R
Spotify:https://spoti.fi/3FU3bRD
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/rebekka-schmidt-88746a22/
Maximilian Steiner
Maximilian ist seit 6 Jahren bei DATEV und aktuell als Lead UX-Designer tätig. Er bringt Erfahrung aus dem Produktdesign und aus dem Designmangement mit. Ebenfalls treibt er das Thema „Google Venture Design Sprint“ aktiv in seiner Rolle voran, um frühzeitig Nutzerfeedback in neue Entwicklungen einzubringen.
Behavioural Design
In diesem Workshop erfährst du, wie du Kenntnisse aus den Verhaltens- und Kognitionswissenschaften bei der Gestaltung von Produkten und Services nutzen kannst. Du wirst lernen, wie Menschen Informationen wahrnehmen und verarbeiten, was Aufmerksamkeit erregt, wie Menschen Entscheidungen treffen und welche Rolle Emotionen dabei spielen.
Anhand von anschaulichen Beispielen und Übungen wirst du lernen, wie du mit deinem Design Menschen zu bestimmten Handlungen motivieren kannst.
Dr. Natalie Woletz - Head of IT UX Design Chapter Boehringer Ingelheim
Seit mehr als 16 Jahren beschäftigt sich Natalie Woletz mit Design Management. Sie hat UX-Design Strategien als Managerin in mittelständischen Firmen als auch in DAX-Unternehmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt.
Gamification & Verhaltenspsychologie
„Motivation durch Punkte“, eine Idee, die einst als Innovation galt, ist heute ein Relikt. Jahrzehntelang haben Unternehmen versucht, Verhalten mit Belohnungssystemen, Leaderboards und Nudges zu steuern. Doch der vermeintliche Fortschritt entpuppt sich zunehmend als Sackgasse: kurzfristige Compliance, langfristige Erschöpfung, fragile Performance.
Im Zentrum dieses Problems steht ein Paradigma: der Behaviorismus, insbesondere in seiner vereinfachten, wirtschaftlich angewandten Form, dem Skinnerian System. Hier wird Leistung nicht designt, sondern konditioniert.
Lerne, wie es besser geht!
Roman Rackwitz
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/romanrackwitz/
Website: https://romanrackwitz.de
Barrierefreiheit als Merkmal, nicht als Lösungsansatz gestalten
Barrierefreiheit verwandelt Design in eine starke Kraft, die Vielfalt fördert und sicherstellt, dass jeder, unabhängig von seinen Fähigkeiten, das Produkt uneingeschränkt nutzen und davon profitieren kann. Warum Barrierefreiheit im UX-Design wichtig ist und warum sie für Unternehmen von Bedeutung ist.
Nach diesem Workshop habt ihr das Wissen und die Werkzeuge um Erlebnisse für alle Nutzenden zu schaffen.
Till Wollong
Till Wollong bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Gestaltung herausragender User Experiences mit. Seine umfassende Expertise in User Experience Design, Prototyping, Visual Design und Frontend Development macht ihn zu einem gefragten Experten in der Branche. Sein Ziel: Das Beste aus jedem digitalen Produkt herauszuholen. Von der Konzeption bis zur Entwicklung begleitet er den gesamten Prozess und sorgt dafür, dass sowohl Markenbedürfnisse als auch Nutzererwartungen erfüllt werden. Seine Expertise umfasst User Experience Design, Prototyping, Visual Design und Frontend Development.
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tillwollong/
Interview SKILL-Magazin: https://lnkd.in/exWg4zdK
Website: www.der-schwarzwaelder.de