Folge 22: "Tipps für effektive Remote Design Sprints" mit Markus Brendel

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Markus Brendel
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THEMEN
+ Wie ist die Umstellung auf Remote Sprints gelaufen?
+ Was das Besondere an Remote Design Sprints ist?
+ Welche Tools & Methoden helfen können?
+ Welche Fehler kann man von Beginn an vermeiden?
 
 
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MARKUS EMPFEHLUNGEN
 
Videos von AJ&Smart
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Buch: „Sprint: Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst“ von Jake Knapp
www.justbooks.de/search/?isbn=386…=EUR&st=sr&ac=qr

Blog: UX&I “Remote Design Sprints: Learnings, Methoden und Fails”
uxi.de/wissen/artikel/remote-design-sprint-tipps/

Buch: „Transformationale Produkte“ von Matthias Schrader
www.justbooks.de/search/?isbn=978…=EUR&st=sr&ac=qr

Youtube: Indra Burkart
www.youtube.com/c/indraburkart

Instagram: UXgoodies
www.instagram.com/uxgoodies/

Konferenz: Beyond Tellerrand
beyondtellerrand.com

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TRANSKRIPT

German UPA: Hallo zum UX- und Usability-Podcast. Die Pandemie hat zweifelslos unser Leben komplett auf den Kopf gestellt und damit hat sich natürlich auch die Arbeitswelt nachhaltig verändert. Wo wir noch früher lustig Post-Its gemeinsam an Wände geklebt haben, kollaborieren wir heute mit digitalen Textboxen in Miro Boards. Unser heutiger Gast Markus Brendel hat mittlerweile unzählige solcher Sessions hinter sich, und wird von seinen Erfahrungen, die er bei solchen Remote Designs Sprints gesammelt hat, berichten. Markus ist aktuell UX-Berater bei UX&I am Standort Düsseldorf und hat seinen Schwerpunkt in der Konzeption von digitalen Produkten. Und bevor wir jetzt gleich einsteigen, noch die Bitte, sendet uns euer Feedback, lasst uns wissen, was wir besser oder anders machen sollen, oder welche Themen und Gästevorschläge ihr habt. Einfach kurz eine E-Mail an ms@germanupa.de. Steht auch nochmal in den Shownotes. Unter allen Einsendungen verlosen wir einen Gutschein für ein Produkt eurer Wahl aus dem German UPA-Shop. Vielen Dank vorab. Ok, jetzt zurück zum Thema Remote Sprints. Markus, kannst du mal erzählen, wie bei euch die Umstellung auf Remote gelaufen ist?

Markus Brendel: Der Design Sprint, als der remote wurde, das ging mit mir los letztes Jahr, als ich beim Kunden war, und wir hatten den Auftrag, acht Teams mit Remote Design Sprints ans Arbeiten zu bringen. Das heißt, diese acht Teams mit Arbeit zu versorgen, und der Startschuss dafür waren zwei aufeinanderfolgende Design Sprints für die acht Teams, also 16 Sprints in Folge. Das war geplant, das war vorbeireitet, und auf einmal rief uns Corona ins Home Office und wir mussten innerhalb von wenigen Wochen, oder Tagen war es damals sogar, uns umgucken, wie wir den Design Sprint jetzt zu Remote bekommen, und wir sind dann einfach losgelaufen. Anfangs mit so ganz banalen Board-Mitteln, die uns erstmal auch nur zur Verfügung standen wegen Confluence und einem Skype, und über diese Sprints hinweg wuchs dann das Toolset und auch die Erfahrung, wie man einen guten Remote Design Sprint macht.

GermanUPA: Wie waren denn vorher bei euch die Sprints aufgebaut? Also wie war denn ein klassischer Sprint bei euch?

Markus Brendel: Also, ein klassischer Sprint ist der 2.0-ler Sprint, wie man ihn vielleicht kennt. Also ein Vier-Tages-Design Sprint, plus X sagen wir immer, weil wir unseren Kunden dahin gerne beraten, dass er den fünften Tag damit verbringt, das Ergebnis des Sprints, also das Testergebnisses, direkt in etwas umzusetzen und zu verplanen, was danach kommt. Also ihn nicht hier mit diesem Testergebnis allein zu lassen, sondern den fünften Tag dazu zu nutzen, zum Beispiel ein User Story Mapping oder Ähnliches zu machen, und wirklich das Ergebnis gleich weiter zu verplanen und eine Strategie aufzustellen, wie ich damit umgehe und was ich damit machen möchte.

German UPA: Und wer war daran beteiligt?

Markus Brendel: Wir gehen gerne mit einem Moderator rein, plus einem UX-er von uns. Wenn die Möglichkeit besteht und das Budget auch da ist, gerne noch mit einem UIE-Kollegen, also User Interface Engineer, der vielleicht einen Prototypen schon viel anfassbarer, schnell programmieren kann, oder einem UI Designer, der nochmal richtig geiles UI schnell auf dem Prototypen, was sehr echt wirkt.

German UPA: Also, ihr habt jetzt eine 180-Grad-Wende von klassischen Sprints auf Remote Sprints gemacht, was waren denn so die ersten Probleme, in die ihr gelaufen seid?

Markus Brendel:: Für mich persönlich ganz klar, dass man den Raum nicht mehr fühlt. Also du hast auf einmal, wenn du ein gutes Setup hast, das heißt mit Videokamera auch die Leute so ein bisschen siehst, oder das Equipment nicht so stimmt oder dieses Toolset einfach nicht stimmt, dann spürt man den Raum auf einmal nicht mehr. Ansonsten bist du ja, wenn du ein Design Sprint machst, dann siehst du ja, dass jemand nicht mitkommt oder ein Fragezeichen irgendwie auf der Stirn hat, oder irgendwie gerade vielleicht eine Nachricht bekommen hat, über die er nachdenkt oder einfach den Raum verlässt. Das bekommt man als Moderator gar nicht mehr so direkt mit, und man spürt das nicht mehr so ganz und da besteht oftmals die Gefahr, dass man Leute verliert, oder leichter verliert, als die in einem normalen klassischen Sprint eigentlich.

German UPA: Und habt ihr dafür eine Lösung gefunden?

Markus Brendel:: Die Lösung war, dass wir Sprints nur noch mit zwei Moderatoren gemacht haben. Das heißt, dass einer sich alleine auf die Moderation konzentrieren konnte und der andere sozusagen auf das Team und die Aufgabe und mitarbeiten und Hilfestellung geben konnte, und man sich zwischen den zwei Moderatoren die Aufgaben hin und her werfen konnte, weil man sich irgendwann blind verstanden hat so ein bisschen und ein extra Slack Channel hatte, wo man schnell hinschreiben konnte, ‘Du, hier passiert das und das, lass mal die Methode anpassen, lass verlängern, lass verkürzen, lass die jetzt in die Pause schicken, ich glaube die sind müde‘, das war die Rettung auch für uns. Ich habe ja gesagt, das waren insgesamt 16 Sprints und wer schon mal einen Sprint gemacht hat, nach vier, fünf Tagen bist du als Moderator und auch als Teilnehmer sind alle durch. Und wenn du die Aussicht hast, das acht Wochen oder 16 Wochen am Stück zu machen, das hilft ganz gut, wenn jemand an deiner Seite ist, den du, A, magst, dem du vertrauen kannst, und der mit dir leidet.

German UPA: Und es gibt ja auch diese Zoom-Fatigue, also, dass man so erschöpft ist von diesen ganzen Video-Meetings. Habt ihr auch dafür eine Lösung gefunden?

Markus Brendel:: Wir haben die Pausenzeiten definitiv verlängert, wir haben teilweise Methoden vereinfacht, dass sie ein bisschen an der Oberfläche mehr bleiben, weil aber auch, also das muss ich auch sagen, da wir wussten, dass wir zwei Sprints in Folge machen pro Team. Das sagen auch, ich weiß nicht, ob es jetzt vom AJ&Smart, den lieben Kollegen aus Berlin kam, oder von JZ selber, der das Sprintbuch geschrieben hat, irgendwo kam diese Aussage her, ‘Wenn du Remote Design Sprints machst, mache mindestens zwei in Folge, weil das Ergebnis kann niemals zu gut sein‘, und da hat er teilweise recht, muss ich ihm geben. Ich habe jetzt noch keinen Sprint gerade gemacht, wo ich nicht zwei in Folge hatte, weil du brauchst diese zwei Iterationen wirklich, um die Qualität so hoch zu haben.

German UPA: Als Agentur arbeitet ihr ja viel mit externen Kunden. Also normalerweise gibt es ja diese Kennenlern-Runden da am Anfang, wo man auch mal vielleicht zusammen zum Mittagessen geht, das fällt ja nun alles weg. Wie eröffnet ihr denn eure Sprints? Gibt es da so bestimmte Icebreakers, die ihr verwendet?

Markus Brendel:: Also auch nach der Mittagspause gibt es immer kleine Icebreaker-Spielchen, um einfach so ein bisschen das Hirn wieder anzukurbeln, oder einfach auch sich besser kennenzulernen, gibt es immer einen Check-In, sei es mit einem Spiel oder man erzählt sich kurz, was es zu Mittag gab, einfach um sich ein bisschen besser kennenzulernen. Also es geht von, ‘Erzählt mal kurz euer Mittagessen‘, bis ein lustiges Spiel, und davon gibt es ja einige.

German UPA: Mit dem ganzen Thema Remote Design Sprints, habt ihr damit auch neue Methoden eingeführt?

Markus Brendel:: Also, was mir sehr geholfen hat ist der sogenannte Rollercoaster, dass man pro Tag so ein bisschen seine Stimmung neppt, oder dass das Team seine Stimmung neppt auf diesem Rollercoaster, sodass man sehen kann, wie die Team-Stimmung so über den gesamten Sprint oder die zwei Sprints verlaufen ist. Das fand ich eine sehr schöne, kurze Ausstiegsmethode auch für jeden Abend. Also, wenn man den Abend verlassen hat oder den Tag verlassen hat, nochmal kurz seine Stimmung, Stimmungsverlauf auf den Rollercoaster zu machen. Das aber beste Tool, oder die beste neue Methode, die wir in den Sprint reingeführt haben, war die Testkarte von Strategyzer, also Test- und Learning Card von Strategyzer.com, das Sprintziel sozusagen auf die Testkarte zu schreiben und am Ende des Sprints die Learning Card auszufüllen. Das hat mein lieber Freund und Kollege Hendrik mit da reingebracht und das wird heute noch in den Projekten verwendet, weil es wirklich eine super Methode ist, um seine Ziele zu definieren und zu gucken, ob ich sie erreicht habe oder nicht.

German UPA: Was hat sich noch geändert? Also, ihr verwendet ja jetzt deutlich andere Tools, gibt ja auch mehr Möglichkeiten mit den Tools. Bei Zoom kann man ja zum Beispiel diese Reaktionen geben. Verwendet ihr es aktiv oder was macht ihr jetzt anders?

Markus Brendel:: Klar, Miro. (Lacht.) Das wichtigste überhaupt. Miro war unser Raum. Also, ich finde halt das wichtigste, das wird ja auch schon im Sprintbuch wird es immer beschrieben, wie wichtig der Raum eigentlich ist. Regel Nummer eins, keine Laptops, keine Handys, alle Electronic Devices kommen in so eine Garage rein, es sind irgendwie Snacks da und Post-Ist ohne Ende und alle Wände sind leer, und du kommst in diesen Raum rein am Montag und alles ist leer und alle sind gespannt, was passiert jetzt und du verlässt ihn am Donnerstag oder Freitag. Und er ist voll mit Post-Its und Ideen, so, das war ja nicht mehr da. Und das war in unserem Miro Board, also, dass wir für jeden Sprint oder für jedes Team ein eigenes Miro Board gehabt haben, was am Anfang so, ‘Das ist eure Woche, hier ist alles leer, und lasst es uns mit Ideen füllen und Sachen‘, und da halt dann wirklich nach und nach kleine Sachen gemacht, wie, ein Mauszeigervoting, wie, wenn ich eine Pause brauche, dass ich den Mauszeiger auf eine bestimmte Sache oder meinen kleinen Avatar irgendwo hinschiebe. Also so kurze Interaktionen, die jetzt nicht unbedingt wie so ein Hampelmann im Zoom oder im Skype oder wo ich auch immer bin, war, sondern einfach nur wirklich so, damit ich die anderen auch nicht störe immer, weil die denken ja gerade, die sind intensiv irgendwie am Ideengenerieren und so, dann kann ich das ganz subtil in Miro machen. Und auch halt, wie ich mit Miro arbeite. Das sah man so richtig für die Teams als ihr neues Zuhause fast gefunden haben. Also die sind da reingegangen und haben dann noch nie so gearbeitet, und innerhalb von diesen zwei Wochen sind das Miro-Profis geworden und die konnten mit unserer Hilfe Wireframes bauen da drinnen auf einmal und Interaktionen beschreiben. Also das ist meins meiner Lieblingstools auch selber geworden über das letzte Jahr.

German UPA: Und bleiben wir gleich beim Thema Tools. Gibt es noch andere Tools, die du empfehlen kannst, die sehr gut funktioniert haben?

Markus Brendel:: Wenn ein UI Designer dabei ist im Team, also im Sprint selber, ist auf jeden Fall, nachdem die Wireframes in Miro abgestimmt sind, ist Figma unser Tool der Wahl, als kollaboratives Design-Tool und Prototyping-Tool. Es ist unfassbar schnell, es ist kollaborativ, es ist online. Das sind auf jeden Fall die beiden Sachen, wo ich sehe, es hat unglaubliche Sprünge in Geschwindigkeit von Entwicklung und aber auch in Remote-Arbeit gebracht.

German UPA: Und was sind die Sachen, die gar nicht funktioniert haben?

Markus Brendel:: PowerPoint. Also es sind Krücken, irgendwie, sie können funktionieren. Also wir hatten halt im ersten Sprint von zwei Teams haben wir in Confluence gemacht wirklich, weil es das einzige Tool war, was kollaborative Arbeit ermöglichte, plus Wireframes mit zu einem PowerPoint-Toolset. Wenn du auf Konzernebene arbeitest, ist das was auf jeden Fall da ist, weil das funktioniert immer und überall. Und die meisten Leute, die jetzt nicht aus dem Design- oder UX-Bereich kommen, die können mit PowerPoint umgehen, also das funktioniert schon. Aber wenn du einmal weißt, wie gut andere Tools funktionieren, dann tut das verdammt weh damit zu arbeiten. Also ich möchte das jetzt nicht superschlecht reden, aber ich kann es halt auch nicht irgendwie sagen, ‘Das ist super, das hat ganz toll funktioniert‘. Es war eine Hilfe, und es hat uns zu einem Ergebnis gebracht, aber es war kein guter Weg, oder kein schmerzfreier Weg sozusagen.

German UPA: Wir müssen nochmal auf den gesamten Remote Design Sprint schauen und auch die einzelnen Phasen. Du hast gesagt, dass ihr da in viele Herausforderungen reingelaufen seid. Was waren denn pro Phase so die größten Herausforderungen?

Markus Brendel:: Der Switch halt in Miro war so der größte Sprung auf jeden Fall, an Geschwindigkeit. Ich habe zwischenzeitlich als Moderator darauf bestanden, dass wir sehr viel in Papier noch arbeiten und dann fotografieren und uploaden. Irgendwann hat man dann gemerkt, dass die Leute in Miro so schnell wurden, dass sie das auch mit den Miro Board-Mitteln einfach wirklich zeichnen oder Dinge zusammenstecken konnten, so das war der nächste Sprung. Eine der Herausforderung nebenbei war noch, dass die Teams natürlich alle neu waren, und aber auch selten agil in der Form mit dem Methodenset gearbeitet haben und das war auch teilweise so der Auftrag von der Hidden Agenda, war, üben wir ein bisschen agiles Arbeiten. Was ist ein Sprint? Was ist ein Planning? Was ist User Testing? Und das kann ich eigentlich sehr schön auch mit einem Design Sprint Leuten vermitteln und beinbringen. Und das ist ein schöner Start ins agile Arbeiten.

German UPA: Was denkst du, wie wird das bei euch nach der Pandemie aussehen? Werdet ihr immer noch Remote Design Sprints machen? Werdet ihr wieder komplett zurückgehen zu In-Person-Sprints, oder was nehmt ihr aus der aktuellen Zeit mit rüber?

Markus Brendel:  Ist ein ganz klares Jaein. (Lacht.) Nein, Spaß beiseite. Also, beides hat Vorteile. Ich glaube halt man kann das nicht schwarzweiß beantworten. Der ganz klare Vorteil von einem Remote Design Sprint, du kannst sein, wo du willst, und damit meine ich nicht nur du als Team oder du als Person oder du als Berater, damit meine ich die Experten, die du auch manchmal reinholen musst. Um bestimmte Probleme zu lösen, hast du ja immer wieder die Herausforderung, dass bei Sprints vor allen Dingen, bestimmte Personen für einen Zeitraum, sei es für vier Tage, oder für nur eine Stunde, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein müssen, damit ich sie befragen kann, oder dass sie diese vier Tage arbeiten müssen, an einem bestimmten Ort. Das ist die größte Herausforderung im Nicht-Remote Design Sprint, die dahinzubekommen. Und auch für die Geschäftsführung, „Ich muss die vier Tage freistellen“, das ist das erste Konterargument gegen Design Sprints. „Was? Vier Tage? Die arbeiten dann ja nicht.“ Doch, sie arbeiten, sie lösen sogar ein großes Problem. Da kann man ein bisschen mit den Remote Designs weicher formulieren, weil die Experten die müssen nicht aus sonst wo zu dem Zeitpunkt dort hinkommen, sondern die kann ich einfach anrufen, oder die kann ich irgendwie in einen Zoom-Call mit reinholen oder in Skype-Call, oder wo ich auch immer bin. Das ist richtig gut, dass es halt direkt dokumentiert wird in einer Art und Weise in Miro. Ist ein ganz krasser Vorteil für mich als Moderator, weil das Miro Board kann ich dann exportieren, kann Dinge rauskopieren, kann Screenshots davon machen oder anders exportieren und kann sie dann in ein Wiki oder Confluence oder wo ich auch immer das dokumentiert haben will, wieder reinladen, bin viel schneller. Ich muss nicht 100.000 Fotos machen und durch den Raum laufen und muss nicht sehr viele Post-Its am Tag ausfüllen, die ja auch ein bisschen Geld kosten. Ich persönlich bin halt auch jemand, der weiß, dass ich, wenn ich auf dem Papier was mache, viel besser denken kann. Also ich denke immer noch, wenn ich was kribble auf Papier und das fühlt sich besser an als auf einem iPad, oder besser noch als in Miro, das fällt einem irgendwann nicht mehr so auf, merke ich gerade so jetzt nach fast einem Jahr, aber manchmal vermisst man es doch, sobald man so einen Stift in die Hand nimmt und denkt so, oh, das fühlt sich aber komisch an.

German UPA: Und wenn du jetzt mal in die Zukunft schaust, was denkst du was wird von dieser Zeit bleiben?

Markus Brendel:: Also, ich wünsche mir sehr, dass diese Flexibilität bleibt, wo man sich gerade aufhalten möchte. Passt es mir als Mensch, als Person, als Markus gerade gut, heute im Büro zu sein? Ja oder nein? Passt das in meinen heutigen Tag rein? Möchte ich beim Kunden sein? Möchte ich in Düsseldorf arbeiten? Möchte ich in Hamburg arbeiten? Dass das mehr und mehr irrelevant wird, weil wir haben die Tools, wir haben damit jetzt geübt, diese Flexibilität zu haben. Und ich glaube wir können da noch weiterüben und wir können auch weiter besser darin werden, und das ist etwas, was mir so ein bisschen als Markus ein großes Stück Freiheit gibt. Kann dadurch ein besserer Vater sein, ich kann dadurch vielleicht ein besserer Freund sein, vielleicht nerve ich auch manchmal mehr zuhause, aber es ist halt so, man kann das irgendwie bisschen freier sich tummeln, sage ich mal. Das wünsche ich mir sehr, dass das bleibt. Für Markus von UX&I wünsche ich mir, dass wir die Methoden weiterentwickeln, dass wir, egal, wo der Kunde ist, ihnen auch dann die Experten sozusagen, die wir sind, egal wo die gerade auch sind, wieder zur Verfügung stellen können, dass wir sozusagen die besten Köpfe an egal welchen Ort egal wie hinbringen, ohne, dass man sich physisch bewegen muss. Das ist etwas, was ganz große Vorteile mit sich bringt. Und, zumindest aus meiner Sicht, finde ich ist dieses Vertrauen, wie, dass wir einfach einen guten Job machen, ist ein supergutes Gefühl. Von Kundenseite wie jetzt auch von UX&I-Seite ‘Hey, ihr macht einen guten Job, egal wo ihr seid‘, finde ich tut total gut, dass man nicht so dasitzt so an einem Schreibtisch, der einem nicht gut gefällt.

German UPA: Und am Ende haben wir immer unsere Top-Empfehlungen. Was sind denn deine Empfehlungen im Bereich Remote Design Sprints?

Markus Brendel:: Also, die Räume von AJ&Smart, die ja nichts anderes außer Design Sprints machen, haben fantastische Videos auch online auf YouTube, die man sich angucken kann. Also auf jeden Fall würde ich auch das Sprintbuch oder Design-Sprintbuch von Jake Knapp empfehlen. Das ist einfach das Standardwerk. Da sind super viele Methoden drinnen, da sind die Methoden einzeln nochmal sehr gut erklärt. Und ich sage immer, tolle Methode, durchlesen, einmal richtig machen, zweimal überlegen, ob es die richtige Methode ist und beim dritten Mal gegebenenfalls abändern. Also, ich bin immer ein Freund davon, wenn es nicht passt, ändere es. So, das ist mein Top-Tipp. Also, wenn es dir nicht passt, dann ändere es.

German UPA: Sonst noch weitere Tipps im Bereich Remote?

Markus Brendel:: Natürlich unseren Blogartikel, den würde ich auf jeden Fall empfehlen. Dort haben wir nochmal ganz viele Tipps zusammengefasst und ein Miro Board, oder das Miro-Template, mit dem wir dann schlussendlich bisher immer jetzt weiterarbeiten. Das ist der Stand jetzt, das wird sich auch weiterentwickeln.

German UPA: Und damit kommen wir zu den allgemeinen Top-Empfehlungen. Gibt es zum Beispiel ein Buch, das du empfehlen kannst?

Markus Brendel: Also, es gibt ein Buch, was ich gerade lese, das sollte man bewusst lesen. Ich fand Teile davon ziemlich gut, weil sie sehr einfach erklären, was gute UX ist im Business-Kontext. Die Methoden, die drinnen beschrieben sind, würde ich auch nochmal immer hinterfragen, weil sie auf ein bestimmtes Ziel hinführen, aber es macht vor allen Dingen auch Spaß zu lesen. Und ich finde das ist immer wichtig, wenn man ein Buch liest und liest sich einfach so weg. Und das ist von Matthias Schrader, also einer der Gründer von SinnerSchrader, Transformationale Produkte, heißt das Buch. Es macht Spaß zu lesen und es sind ein paar Quotes drinnen, die man schön in seinen eigenen Präsentationen mit reinnehmen kann, und es hilft vor allen Dingen Argumente zu finden im Business-Kontext, die UX gut erklären und vor allen Dingen auch messbar machen. Und ich finde das ist immer die größte Herausforderung, wirklich gute, messbare Ergebnisse zu verkaufen.

German UPA: Wie schaut es mit Podcasts, kannst du da was empfehlen?

Markus Brendel: Ich liebe Podcasts, aber ich höre überhaupt gar keine UX-Podcasts, deswegen Shout-out an (Matze Hillscher und Hotel Matze, ich liebe ihn, sehr unterhaltsam. Aber im UX-Kontext lese ich lieber, oder schaue mir Videos an von Indra Burkhard, der Kanal, weiß gerade gar nicht, wie er heißt, der ist echt sehr informativ und sehr gut. Auf Instagram UX Goodies, ist ein sehr schöner Instagram-Account mit immer so kleinen Snacks, so die einen über den Tag, oder mal alle paar Tage mal nochmal kurz über was nachdenken lassen, und das finde ich ganz gut.

German UPA: Und was sind deine Top-Empfehlungen im Bereich Events?

Markus Brendel: Meine Lieblingskonferenz ist die Beyond Tellerrand und ich bin sehr gespannt auf die UX, LX gerade. Und ich vermisse sehr die Information Architecture in Berlin, war immer super. Mal gucken, wann die wieder stattfindet. Und, was auch immer ein Highlight ist, wenn man ein Ticket bekommen hat, UX Europe, das Camp in Berlin war auch immer ein wunderschönes Klassentreffen.

German UPA: Markus, besten Dank für die zahlreichen Tipps, die werden wir natürlich alle in den Shownotes verlinken. Und, Danke auch für das Interview. Wer noch mehr über das Thema lernen möchte, den lade ich ein, das Webinar mit dir zu schauen. Das findet ihr wie immer auf der Webseite der German UPA.

Markus Brendel: Cool. Danke dir und einen schönen Tag noch

German UPA: Gern. Dankeschön. Und damit wünsche ich allen Zuhörern viel Erfolg bei euren Remote Design Sprints oder Workshops, und freue mich auf ein Wiederhören bei der nächsten Folge.